Zum ersten Mal mit Medical Mission Network in Mexiko. Interview mit Sylvia Albert und Theresa Bursy

Sylvia Albert und Theresa Bursy
Sylvia Albert und Theresa Bursy

Sylvia Albert und Theresa Bursy sind dieses Jahr zum ersten Mal bei einem Einsatz von Medical Mission Network dabei. Sylvia ist Intensivkrankenschwester und arbeitet an der Uniklinik Würzburg. Theresa arbeitet als Hebamme in Euskirchen und studiert in Köln Hebammenwissenschaften. Inzwischen sind die beiden ein eingespieltes Team: Zusammen sind sie zuständig für die Aufnahme der Patienten. In dem Interview erzählen sie von ihren Erfahrungen.

Ihr seid für die Patienten der erste Ansprechpartner hier. Wie läuft eine Aufnahme ab?
Theresa Bursy: Wir fragen die Leute nach ihren persönlichen Daten und nach ihren Beschwerden. Wir messen den Blutdruck, die Körpergröße und das Gewicht, bei Bedarf auch den Blutzucker, und weisen die Patienten den Ärzten zu — also lauter Dinge, die man bei einer Aufnahme in Deutschland auch machen würde.

Der erste Tag war für euch bestimmt ein Sprung ins kalte Wasser, denn ihr habt vorher nie Spanisch gelernt …
Sylvia Albert: Oh ja. Aber am dritten Tag versteht man immerhin schon ohne Übersetzer, wo die Patienten Schmerzen haben, und man kann einfache Dinge notieren. Wir lernen jeden Tag ein bisschen mehr.
Theresa Bursy: Und wenn wir Wörter falsch aussprechen, lachen die Patienten mit uns, wir lachen miteinander. Das sorgt für eine entspannte Atmosphäre.

11045349_951889924836371_7441085515398847614_oWie habt ihr eigentlich von Medical Mission Network erfahren?
Sylvia Albert: Von Freunden. Die Einsätze haben mich direkt interessiert, weil ich sowas schon immer mal machen wollte. Das war immer mein Traum: Als Kind und Jugendliche wollte ich am liebsten nach Afrika, jetzt bin ich in Mexiko gelandet.
Theresa Bursy: Pater Bennet hat mir schon vor meiner Ausbildung zur Hebamme von den Einsätzen erzählt. Ich habe dann erst die Ausbildung gemacht. Eine Freundin hat mich wieder daran erinnert. Sie war letztes Jahr zum ersten Mal dabei.

Und dieses Jahr war es für euch beide ein günstiger Zeitpunkt, um mitzukommen …
Theresa Bursy: Ja, ich wollte mir das gerne anschauen, weil ich überlege, mal länger ins Ausland zu gehen. Ich wollte sehen, wie ich hier klarkomme. Ich wollte auch etwas für Menschen tun, denen es nicht so gut geht wie uns in Deutschland.
Sylvia Albert: Ich wollte mal wieder raus aus dem Krankenhausalltag, etwas Anderes sehen und dabei neue Erfahrungen sammeln.

Was ist euch bei dem Einsatz bisher besonders aufgefallen?
Theresa Bursy: Die Menschen hier sind unglaublich dankbar — sogar dann, wenn man ihnen nur den Blutdruck gemessen hat.
Sylvia Albert: Und das Warten wird ihnen nicht zu lang. Selbst wenn es stundenlang dauert, verlieren sie nicht die Geduld.
Theresa Bursy: Stimmt, das kann man von den Leuten hier wirklich lernen. Mir ist auch aufgefallen, dass von Anfang an ein Teamgeist da war.
Sylvia Albert: Der Teamgeist ist super. Die Teamzusammenführung am Anfang hat auch gut geklappt. Wir haben zuerst einen freien Tag, den Sonntag, miteinander verbracht. Für zuhause kann man da Einiges mitnehmen. Zum Beispiel, dass es wichtig ist, mit Kollegen etwas zu unternehmen und auch privat miteinander zu reden. Wenn man versucht, Gemeinsamkeiten zu entwickeln, klappt vieles besser.