23. Februar, Cozumel, Pfarrei Nuestra Señora de Guadalupe: Die ganze Gemeinde hilft mit

Heute reisten wir auf die Insel Cozumel. Wir machten in der Pfarrei Nuestra Señora de Guadalupe Station, wo wir schon letztes Jahr zu Gast waren. Unsere Gastgeber wollten uns zeigen, wie wichtig unsere Arbeit für sie ist. Sie wollten das Beste geben. Für unsere Verpflegung war ein 30-köpfiges Team verantwortlich. Ein wunderbares Menu war für uns geplant. Doch woher die Zutaten für soviel Essen nehmen? Unsere Gruppe ist dieses Jahr groß, und die finanziellen Mittel der Gemeinde sind sehr beschränkt. Deshalb wurden in der Gemeinde Listen ausgelegt mit den Lebensmitteln, die gebraucht wurden. Gestern Abend brachten viele Gemeindemitglieder etwas mit: Getränke, Gemüse oder Reis, jeder gab, was er hatte. Die ganze Gemeinde versorgte uns also mit Essen. Ein aufwendiger Nachtisch war geplant – als Gemeinschaftswerk: Das Rezept wurde an mehrere Frauen aus der Gemeinde ausgeteilt und jede bereitete zuhause einige Portionen zu.

Unsere Gastgeber taten alles, damit wir uns ganz auf unsere Arbeit konzentrieren konnten. Sie überraschten uns mit einer perfekten Planung. Ein Empfangsteam holte uns von der Fähre ab, das Frühstück stand schon bereit, und für jeden Arzt war ein Behandlungsraum eingerichtet. Mädchen in Schuluniform führten die Patienten zu den Ärzten und versorgten uns mit Getränken, und Padre José Ramón Gómez Marín, der Gemeindepfarrer, behielt alles im Auge: Er achtete sorgfältig auf einen reibungslosen Ablauf. Sogar an der Kaffeemaschine saßen rund um die Uhr zwei Frauen, die uns die wenigen Handgriffe dort abnahmen.

Die Vorbereitungen begannen in der Pfarrei schon ein Jahr zuvor – direkt nach unserem letzten Besuch. „Es hat den Leuten viel bedeutet, daß die Ärzte hier waren. Wir wollten unbedingt, daß sie wiederkommen“, erklärt Gabriel Pinto, einer der Verantwortlichen für die Organisation. „Wir sind dankbar und wollten jetzt alles so gut wie möglich machen.“

Deshalb war ein Koordinationsteam von 20 Personen das ganze Jahr mit der Vorbereitung beschäftigt. Transport, Räume, Verpflegung, Unterkunft, Werbung, Unterstützung der Ärzte, Abläufe am Einsatztag: Für all dies wurden Helfer gesucht, Teams zusammengestellt.

Unsere Ankunft wurde schon vor zwei Monaten im Radio, im Pfarrbrief und im Gottesdienst angekündigt. Die Patienten, die sich daraufhin meldeten, wurden auf Listen eingetragen. Der Direktor einer örtlichen Schule gab heute 30 Schülern schulfrei, damit sie uns helfen konnten. Jungen aus der Gemeinde stellten gestern Tische und Stühle für uns auf – und schrubbten sie vorher gründlich ab, damit sie wie neu aussahen. Mitten in der Nacht nahmen einige Männer den langen Weg nach Playa del Carmen auf sich, um unsere Geräte und Medikamente abzuholen: Bei unserer Ankunft sollte schließlich alles sortiert und eingeräumt sein. Und heute haben sich viele Helfer einen freien Tag genommen, um ganz für uns da sein zu können.

Diese Dankbarkeit und Großzügigkeit der Menschen hier sind für uns das größte Geschenk. Wir konnten ungestört arbeiten – denn alles andere wurde uns abgenommen. Je besser wir einen Ort kennen und je besser die Leute dort uns kennen, um so mehr können wir also helfen. Gewiß werden wir nächstes Jahr nach Cozumel zurückkehren.