An der Messstation

DSC_0018„El próximo por favor!“ – „Der Nächste, bitte.“ Martins Aufgabe ist es, die Patienten am Empfang zu messen und zu wiegen, einen nach dem anderen und nun schon seit einer Woche, von morgens bis abends. Eine undankbare, eintönige Arbeit? Durchaus nicht. „Ich finde das eher erholsam, im Vergleich zu meinem normalen Job“, erzählt der Bauingenieur. Es sei wichtig, aus jeder Aufgabe das Beste zu machen, ergänzt er.

„Altura y peso“ – Größe und Gewicht, sagt er erklärend zu den Patienten und deutet auf die Waage und das Metermaß, das er an jedem Einsatzort an einem geeigneten Platz befestigt. Mit Händen und Füßen unterhält sich Martin mit den Patienten und lacht mit ihnen. Bei seiner Arbeit macht er interessante Beobachtungen: Er sieht genau, wie viele Patienten kommen, worin sich die einzelnen Einsatzorte unterscheiden oder welche Krankheiten häufig vorkommen. Die Durchschnittsgröße der Menschen hier? „Rund 1,40 m.“

Martins Notiztafel
Martins Notiztafel

Ein angenehmer Nebeneffekt der Arbeit: „Mein Spanisch-Wortschatz hat unendliche Höhen erklommen“, erzählt Martin lachend. „Von 0 auf 40 Wörter“. Die wichtigsten Wörter und Sätze hat er sich auf einer Tafel notiert, damit er immer nachschauen kann. Martin kommt aus Wien und begleitet seine Freundin, die Gynäkologin Katharina Bücherl. Katharina ist schon zum zweiten Mal dabei. Auch Martin möchte wiederkommen, zwar vielleicht nicht nächstes Jahr, aber übernächstes. „Man bekommt einfach so viel von den Patienten zurück,“ sagt er und ergänzt mit einem Lachen: „Selbst wenn man nur der Messgehilfe ist.“ Die kleinen Aufgaben sind eben manchmal auch die wertvollsten und schönsten.