Maria aus Mayabalam. Ein Gespräch.

DSC_0632Maria ist in Mayabalam geboren. Ihre Eltern stammen aus Guatemala. Sie erzählt von dem Leben in ihrem Dorf.

Wann kamen Ihre Eltern nach Mayabalam?

Maria: Vor dreißig Jahren. Seitdem kommen die Leute aus Guatemala hierher, und es kommen immer mehr. Ich bin hier in Mexiko geboren.

Bleiben die Einwanderer aus Guatemala in Mayabalam oder wollen sie in den Norden oder in die USA gehen?

Maria: Viele bleiben hier. Manche Männer gehen zum Arbeiten nach Cancun, Playa del Carmen oder Xcaret. Sie kommen dann, so oft es geht, ins Dorf zurück, um ihre Familien zu sehen. Die Leute, die im Dorf bleiben, arbeiten auf den Feldern. Sie bauen Mais, Bohnen, Orangen und vieles mehr an. Das meiste verbrauchen sie selbst. Wenn etwas übrig bleibt, verkaufen sie es auf dem Markt, in Chetumal, Cancún oder Bacalar.

Arbeiten Sie auch auf den Feldern?

Ich nicht, aber mein Mann. Es arbeiten aber auch viele Frauen auf den Feldern. Ich arbeite den ganzen Tag im Haus, wir haben drei Kinder. Unser Geld reicht für das tägliche Leben. Von dem wenigen, was wir verdienen, kaufen wir uns heute etwas, und morgen verdienen wir wieder neues Geld. Wir wissen aber nie, was der nächste Tag bringt.

Helfen die Kinder auch bei der Feldarbeit?

Ja, wenn sie groß genug sind. Mit fünf Jahren können sie anfangen, ihren Eltern zu helfen. Die Kinder müssen zur Schule gehen, und nach der Schule helfen sie im Haus oder bei der Arbeit.

Was wünschen Sie sich für Ihr Dorf?

Dass die Männer freundlicher sind und die Frauen besser behandeln. Frauen haben es oft schwer. Es gibt viel Machismo, manche Männer schlagen ihre Frauen. Die Frauen haben nicht viel zu sagen, die Männer bestimmen über alles. Es gibt hier manchmal auch Probleme mit Alkohol und Drogen. Und es wäre gut, wenn es hier eine Polizei gäbe. Wenn etwas passiert, muss man in Bacalar anrufen, das ist weit weg. Die Polizei kommt erst nach Stunden und kann nicht helfen. Aber trotzdem ist es ruhig im Dorf. Die Frauen sind auf der Straße sicher, sie werden nicht belästigt. Wenn es Probleme gibt, würden die Männer aus dem Dorf das allein regeln.

Wie ist die Gesundheitsversorgung hier?

Viele Leute brauchen Hilfe. Es gibt hier ein Gesundheitszentrum, aber dort bekommt man meistens keine Medikamente. Die Medikamente muss man dann selbst kaufen, und dafür hat hier niemand Geld.