Ein Sonntag in der Wüste

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Ein kleines Team von Medical Mission Network verschlug es am ersten Märzsonntag an einen recht unwirtlichen Ort: In der Wüste, eine Autostunde von der nordmexikanischen Industriestadt Saltillo entfernt, führten wir einen eintägigen Einsatz mit Medizinstudenten der Universität von Monterrey durch.

Die medizinische Fakultät der Universität Monterrey hatte schon öfter eintägige Einsätze organisiert, aber noch nie so weit draußen – bisher hatten sich die Studenten nur in ärmere Stadtviertel von Monterrey vorgewagt. Diesmal führte der Weg zum Einsatzort 2 Stunden über die Autobahn und Landstraßen und am Ende noch 12 Kilometer über mit Schlaglöchern übersäte Feldwege. Die Gegend um Saltillo ist dünn besiedelt, es ist heiß und trocken, auf dem Boden wachsen nur Kakteen und einige Sträucher, man blickt auf die Bergketten der Sierra Madre Oriental. Die Häuser liegen in dieser Gegend weit verstreut, es gibt keinen Dorfkern, um den sie sich gruppieren könnten.

In einer Grundschule bauten wir unsere kleine Klinik auf, was sehr schnell ging: 140 Studenten halfen mit, und sie hatten alles bestens geplant. Begleitet und angeleitet wurden sie von 14 Fachärzten, bei deren Behandlungen sie teilweise assistieren durften. Daneben wurden Ernährungsberatung, psychologische Beratung und auch Impfungen angeboten. Die örtliche DIF, die bei dem Einsatz ebenfalls half, hatte ein Team von Friseuren mitgebracht, sodass die Bewohner auch gratis einen neuen Haarschnitt bekommen konnten.

250 Patienten wurden an dem Tag kostenlos behandelt. Die Aufgabe von Medical Mission Network lag dabei vor allem in der Anleitung und Beratung. So übernahm das Team der Universität unser System der Triage und wir hatten den Studenten auch vorher dabei geholfen, ihre Apotheke bedarfsgerecht auszustatten, sodass die Patienten mit Medikamenten versorgt werden konnten.

Es war eine Kooperation, die für beide Seiten fruchtbar war: Die Ärzte und Studenten profitierten von unseren Erfahrungen mit Hilfseinsätzen, wir konnten sie im Gegenzug über unsere Arbeit informieren und ihnen deutlich vor Augen führen, wie viel Not bei der Landbevölkerung in Mexiko herrscht.