Reinhild Holthaus — Eine Reise mit tiefen Erfahrungen

Medical Mission bedeutet: Ärzte und Krankenschwestern arbeiten unentgeltlich dort, wo Hilfe benötigt wird. Doch das ist nicht alles: Denn die Ärzte brauchen viele Helfer. Für Übersetzung, Transport, Medikamentenausgabe, die Planung vor Ort, Verpflegung und Finanzen. Reinhild Holthaus gehörte bei dem Einsatz in Mexiko im Februar/März 2010 zum Organisationsteam. Sie erzählt:

Das Team von der Apotheke: Michael Tierney und Reinhild Holthaus

Das Team von der Apotheke: Michael Tierney und Reinhild Holthaus

Als Pater Bennet mich Anfang diesen Jahres gefragt hat, ob ich mit nach Mexiko kommen möchte, war ich erst skeptisch: Ich überlegte, ob ich — da ich keine Ärztin bin und auch kein Spanisch spreche — überhaupt etwas tun könnte. Doch es wurde dringend jemand für die finanzielle Abwicklung gesucht. Michael Tierney brauchte ebenfalls noch Unterstützung: Er verwaltet für das Team die Apotheke und gibt die Medikamente an die Patienten aus.

 

P. Higinio Izquierdo

P. Higinio Izquierdo

Nach einem langen Flug checkten wir spät in der Nacht im Hotel ein. Am nächsten Tag wurden wir in Playa del Carmen — unserer ersten Station — von Padre Higinio Izquierdo LC und seinen Mitarbeitern empfangen, die uns den ganzen Aufenthalt sehr liebevoll betreut haben. Helferinnen aus Padre Higinios Gemeinde haben für uns immer das Frühstück bereitet. Wenn wir nach unseren Einsätzen in den verschiedenen Dörfern abends zurückkehrten, stand immer schon das Abendessen auf dem Tisch. Padre Higinio hat auch mit viel Engagement für uns den Transport und die Übernachtungen in verschiedenen Hotels organisiert. Er war immer gerne bereit, für uns z. B. in Hotels Formalitäten zu regeln. Das war wirklich eine große Erleichterung.

Michael und Reinhild sortieren MedikamenteAm ersten Tag haben Michael und ich die Medikamente katalogisiert, die dank einer finanziellen Spende aus Deutschland in Mexiko gekauft werden konnten. Wir haben dafür etliche Kisten durchgesehen und mit Nummern versehen. Ein paar aus der Gruppe haben uns bei der Arbeit geholfen. Michael hat mit viel Geduld Listen erstellt, auf denen der Standort und die vorhandene Menge der Medikamente verzeichnet waren. So war es für uns immer einfach, die Medikamente zu finden, die die Ärzte verschrieben haben. Das Team war fast jeden Tag an einem anderen Ort. Sofort nach der Ankunft haben wir uns einen Platz gesucht, an dem wir die Apotheke aufbauen konnten. Alle halfen, die ca. 50 Kartons aus den Fahrzeugen zu räumen. Abends wurden dann alle Kartons wieder zugeklebt und verladen. Kaum war die Apotheke aufgebaut, kamen schon Patienten mit Rezepten. Irgendwann konnte ich den Patienten auf Spanisch zumindest erklären, wie viele Tabletten sie morgens oder abends nehmen sollten. Wenn ich nicht mehr weiter wusste, war immer Michael zur Stelle und half mir. Die Patienten waren auch immer sehr geduldig, wenn wir mal bei den Ärzten nachfragen mussten. Wenn ein bisschen Zeit war, habe ich z. B. Vitamintabletten in kleinere Tüten gefüllt, die wir vor allen Dingen kleinen Kindern oder auch älteren Menschen mitgaben.

Reinhild und MichaelRückblickend kann ich sagen: Es war eine Reise mit vielen tiefen Erfahrungen, großartigen Menschen und wunderbaren Begegnungen. Ich bewunderte vor allem die Ärzte, die mit so viel Geduld und Liebe den ganzen Tag die Menschen behandelten. Es war zu spüren, dass sich die Patienten immer aufgehoben fühlten. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dabei war.