Dr. Gerhard Klein — Zwei arbeitsreiche Wochen in Ghana

Dr. Gerhard Klein

Dr. Gerhard Klein

Dr. Gerhard Klein war schon mehrmals in Ghana auf Medical Mission. Er erzählt von seinem letzten Einsatz dort:

Unsere dritte Medical Mission in Ghana hatten wir vom 1. bis zum 16.11.2010. Wie im Vorjahr arbeiteten wir im SSO Ghanas in der Diözese Keta-Akatsi, in deren Pastoralzentrum in Akatsie wir unter der Obhut des jederzeit zugänglichen Allerheiligsten wohnen durften. In direkter Nachbarschaft zur bischöflichen Secundary School St. Catherine feierten wir täglich morgens die Heilige Messe mit den freudig aktiven Schülerinnen. Auf ghanaischer Seite lag die Organisation der Medical Mission wieder in den Händen von Dr. Paul Dagbui, in dessen von ihm gegründeten St. Pauls’s Hospital for the handicapped in Akatsie wir auch die meisten Tage unsere Untersuchungen und Behandlungen durchführten.

Kinder in GhanaDem für seine Patienten sehr engagierten Kollegen und seinen sehr gut geschulten Krankenschwestern, Hebammen und Laboranten konnten wir zur Optimierung ihrer Arbeit aus Deutschland Folgendes mitbringen:

ein Ultraschallgerät und Untersuchungsgel,
ein 12-Kanal-EKG und EKG-Papier,
zwei hochwertige Stethoskope,
zwei Otoskope,
einen Elektrokauter als chirurgisches Instrument zum Schneiden und Blutstillen während der Operationen.

Alle diese Spenden wurden sofort für die Patienten genutzt.

Jeder Arbeitstag in dieser Klinik beginnt mit einem Wortgottesdienst, in dem die Klinikangestellten und auch viele der wartenden Patienten mit Hingabe singen und tanzen, begleitet von unterschiedlichen Handtrommeln, Kalebassen-Rasseln, Klanghölzern. Besonders arme Patienten kommen sehr zahlreich auch aus dem benachbarten Togo.

Ein weiterer Einsatzort war Lume, ein entfernt in der wunderschönen Savanne liegendes Dorf. Dort hat Dr. Dagbui begonnen, ein Ambulatorium aufzubauen, in dem es jetzt noch an Einrichtungsgegenständen und medizinischem Gerät mangelt — also weitere Aufgaben für unsere nächsten Medical Missions.

My Father’s House, ein von den Comboni-Vätern gegründetes Waisenhaus für Kinder im Alter von 1–15 Jahren mit einer angegliederten Schule für 500 Schüler konfrontierte uns mit vielen diagnostischen und therapeutischen Anforderungen. Die Kinder haben uns aber die Aufgaben erleichtert mit ihrer Ruhe, Geduld, neugieriger Aufmerksamkeit und vor allem durch das Beherrschen ihrer Ängste. Selten nur erlebten wir lautes Jammern, Schreien oder Abwehrverhalten.

Die häufigste Erkrankung in Ghana ist die Malaria in all ihren Erscheinungsformen. Nicht selten war sofortige Aufnahme in das Hospital erforderlich, um lebensgefährliche Krisen oder vornehmlichen Befall des Gehirns abzuwenden. Diabetes und Bluthochdruck mit den Folgen eines Schlaganfalls auch sehr häufig schon in jungen Lebensaltern sind tägliche unerfreuliche Diagnosen, außerdem: bei Kindern vielfältiger Wurmbefall nicht nur des Magen-Darm-Trakts, sondern vor allem auch der Haut mit kosmetischen Entstellungen; Asthma und andere Lungenerkrankungen wegen der offenen Herdfeuer; Wirbelsäulen- und Gelenkverschleiß aufgrund der schweren Feldarbeiten in ständig gebeugter Haltung — gerade die Mädchen und Frauen tragen schwerste Lasten auf dem Kopf oft über lange Strecken; auffällig viele Übergewichtige mit Fettstoffwechselstörungen.

Die arbeitsfreien Wochenenden verbrachten wir in Adina, einem Fischerdorf gelegen zwischen dem Golf von Guinea und der Ketalagune nahe der Grenze zu Togo. Hier hatten wir sofort Kontakt zur katholischen Diasporagemeinde St. Joseph. Die mitgebrachten Rosenkränze von Kirche in Not veranlaßten jüngere Gemeindemitglieder, spontan eine Gebetsgruppe zu gründen, die sich mehrmals die Woche versammelt. Als nächsten Schritt regten wir die Eucharistische Anbetung an. Seit ihnen eine Monstranz gebracht worden war, beten nun jeden Mittwoch mindestens zwanzig Gläubige — inzwischen auch aus Nachbargemeinden — in der Zeit des Tageslichts vor dem Allerheiligsten. In Adina wird nun für die Medical Missions gebetet.

Meva kple mi yi Ghana — Kommen Sie das nächste Mal mit nach Ghana.

Akawaaba — Sie sind willkommen.