Zum Essen zu wertvoll

Wertvolles Exportgut: Obst aus mexikanischem Anbau

Ernährungsbedingte Krankheiten gehören bei unserem Einsatz zu den häufigsten Diagnosen. Sehr viele Patienten sind fehlernährt, und man fragt sich zunächst, warum. Denn die Natur hier ist reich und fruchtbar, Obst und Gemüse finden sich im heimischen Anbau — jedoch nur selten auf dem Esstisch. Dort dominieren neben Gerichten aus Maismehl Junkfood und Softdrinks.

Doch eigentlich fällt es leicht, dies zu erklären: Die Menschen gehorchen der Logik der Ökonomie. Obst und Gemüse lassen sich auf dem Markt verkaufen. Auch wenn sie keine hohen Gewinne erzielen, sind die Produkte, die sie anbauen, für die armen Landbewohner zu wertvoll, um sie zu essen. Und Gemüse allein macht nicht satt. Wer sich zwischen einem Topf voll Gemüse und einem Sack Maismehl entscheiden muss, wählt Letzteren: Denn davon kann man eine Woche lang die Familie ernähren. Gemüse zu essen statt zu verkaufen, ist ein Luxus, den sich die meisten Menschen hier einfach nicht leisten können.