Unterwegs in abgelegenen Dörfern

Ein Haus in Sinai

Dank Google Maps kann man heute unzählige entlegene Orte von zuhause aus erkunden. Doch die meisten Dörfer, die wir  in der letzten Woche besucht haben, finden sich auf dieser digitalen Landkarte nicht. Sie tragen Namen wie Sinai, 18 de Marzo, Otilio Montaño, Kuchumatán oder Canlumil, wir sind oft lange unterwegs, um sie zu erreichen.

Nur ein paar Hundert Einwohner haben diese Dörfer, die meisten arbeiten in der Landwirtschaft. Neben einer Grundschule, einem kleinen Verwaltungsgebäude, einem Spielplatz und oft auch einer Kirche finden sich meist nur ein paar kleine Geschäfte in den Dörfern. Einige bestehen nur aus einem Verkaufstresen in einem Wohnhaus. Dort kann man Grundnahrungsmittel, Süßigkeiten und Softdrinks kaufen. Der Lieferwagen von Coca Cola fährt selbst diese abgelegenen Orte regelmäßig an. Ein Mobilfunknetz gibt es nicht immer. Die Einwohner leben von dem, was sie selbst erwirtschaften. Viele halten Hühner, die frei durchs Dorf laufen, zwischen Büschen und Bäumen scharren und nach Körnern suchen.

Auch wenn die industrielle Massentierhaltung an diesen Orten noch nicht angekommen ist, man oft nichts hört als Naturgeräusche — denn es kommen nur selten Autos vorbei — und man auf den Straßen viele fröhlich spielende Kinder sieht: Einen Grund, das Leben dort zu romantisieren, gibt es nicht. Denn die Lebensbedingungen sind schlecht, die Menschen abgeschnitten von fast allem, was über die Grundversorgung hinausgeht. Mit einer Ausnahme freilich: Die Regierung hat die arme Landbevölkerung in den letzten Jahren mit Fernsehern ausgestattet, diese Maßnahme sollte ihnen Zugang zu Teleunterricht verschaffen. Daher sieht man an ärmlichen Hütten, die noch nicht einmal über fließendes Wasser verfügen, Satellitenschüsseln, und Kinder liegen in ihren Hängematten und schauen Spongebob.

Unser Team in 18 de Marzo

Mindestens einmal im Monat besucht einer unserer mexikanischen Ärzte diese Dörfer. Als unser Team anreist, kommen mehr Patienten zur Konsultation als sonst. In 18 de Marzo haben wir ein Viertel der Einwohnerschaft behandelt: 70 von 280 Dorfbewohnern.

Ab morgen werden wir unsere Tour durch die Dörfer im Umkreis von Bacalar fortsetzen.